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weekly calendar icon icons.com 56749 Freitag, 23. Juli 2021

Mit ein paar Tagen Abstand blicken wir zurück auf die Ereignisse der letzten Woche.

In der Nacht auf Mittwoch wurde um 00:20 Uhr Stadtalarm ausgelöst und alle 22 Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Hagen wurden in Dienst gesetzt. In den folgenden vier Tagen wurden hunderte Einsätze im Hagener Stadtgebiet abgearbeitet. Die FF Tücking war von Mittwoch bis Samstag mit nur wenigen und kurzen Pausen viele Stunden am Tag im Einsatz und half im Kampf gegen die Wassermassen und deren Zerstörung. Eingesetzt wurde die FF Tücking überwiegend im Bereich der Innenstadt und Haspe.

Mittlerweile wurden die Einsätze zusammengetragen und die FF Tücking kommt auf 52 Einsätze: Vorrangig wurden Keller ausgepumpt bzw. Einsatzstellen überprüft. Am Donnerstagnachmittag war der Rüstwagen längere Zeit in der Innenstadt im Einsatz und sicherte einen in der Volme treibenden Gastank, welcher Gas abblies.

Gemeinsam mit den anderen Löschgruppen des 4. Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr Hagen, Haspe und Wehringhausen endete die Einsatzbereitschaft der LG Tücking am Samstagmittag. (Bild unten) 

Gruppenfoto

 

An dieser Stelle verweisen wir noch auf einen Text des Stadtfeuerwehrverband Hagen, welcher die Ereignisse der letzten Woche nochmal gut zusammenfasst:

 

Extremwetterlage in der Region Hagen

- Zwei getötete Kameraden aus dem benachbarten Märkischen Kreis

- Spendenaufruf

In der Nacht von Dienstag, 13.Juli 2021 auf Mittwoch und in den Folgetagen kam es im Einsatzgebiet der kreisfreien Stadt Hagen und in den benachbarten Kreisen zu extrem ergiebigen Niederschlägen, deren Schäden und Schadenshöhen in Hagen bisher unbekannt waren.

Im benachbarten Märkischen Kreis verstarben im Einsatz zwei ehrenamtlich tätige Kameraden aus den Städten Altena und Werdohl, vor denen wir uns verneigen und deren Familien, Freunden und Bekannten sowie den Kameraden in den betroffenen Löschgruppen wir unser Beileid und Mitgefühl aussprechen.

Der Stadtfeuerwehrverband Hagen hat dem Kreisfeuerwehrverband Märkischer Kreis eine Soforthilfe von 2.000 € überwiesen um die finanziellen Auswirkungen für die Familien der getöteten Einsatzkräfte etwas abzumildern.

Das Erlebte in Worte zu fassen und diesen Text zu schreiben ist wahrscheinlich leichter als die Einsatztätigkeit der letzten Tage in den betroffenen Gebieten; aber aufgrund der vielen Berichte und eigenen Erlebnisse immer noch schwer genug.

Wie soll man beschreiben, dass sich Straßen in Flüsse verwandelten, die alles mit sich rissen, was in den letzten 100 Jahren als unumstößlich galt und wenn Brücken einknicken oder komplett mitgerissen werden? Wie soll man eine Extremwetterlage einstufen und mit ähnlichen Ereignissen vergleichen, wenn es keinen Menschen mehr gibt, der etwas Ähnliches in unserer Stadt erlebt hat; wenn der Wasserstand höher war als beim letzten Jahrhunderthochwasser im Jahr 1927?

Ist die Situation in unserer Stadt überhaupt erwähnenswert wenn wir uns die Bilder aus den Kreisen in der Eifel, dem Landkreis Ahrweiler die Mosel herunter bis nach Trier und darüber hinaus ansehen?

Immerhin haben wir in Hagen keine Getöteten zu beklagen und die Anzahl der Verletzten ist überschaubar – in dieser Situation ist das eine sehr gute Nachricht.

Die größten Schäden in der Vier-Flüsse-Stadt Hagen wurden aus den südlichen und östlichen Stadtteilen gemeldet. Aber auch in Wehringhausen und Haspe sowie in der Innenstadt kam es zu Überflutungen und erheblichen Wassereintritten in Gebäude. Neben den überfluteten Bereichen an den Flussläufen der Volme, der Lenne, der Ruhr und der Ennepe verwandelten sich harmlose Bäche wie zum Beispiel der Eppscheider Bach, Holthauser Bach, Wehringhauser Bach oder der Wesselbach in reißende Fließgewässer und nahmen mit, was sich ihnen in den Weg stellte.

Bei den bisherigen 1.381 Einsätzen wuchsen die überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und den Hilfsorganisationen über sich hinaus. Im Krisenstab der Stadt Hagen und im Führungsstab der Feuerwehr Hagen wurde tagelang für die Bewältigung dieser Großeinsatzlage vorbildlich zusammengearbeitet und insbesondere alles dafür gegeben, die Einsatzkräfte logistisch zu unterstützen.

Wir haben so viele eindrucksvolle Berichte von den Einsatzkräften gehört, die ganz individuelle Lösungen zur Menschenrettung und technischen Hilfeleistung durchführten. Uns allen ist bewusst, dass grundsätzliche Konzepte zur Großschadenbewältigung für Hochwasserlagen wichtig sind. So ist es für uns unverständlich, dass Betriebe, welche mit wassergefährdenden Stoffen arbeiten, in Überflutungsgebieten eines HQ100 angesiedelt sind.

Aber all die Einsatzlagen mit ihren verschiedenen Erfordernissen, sind in einem Konzept nicht zu vereinen.

Hier waren in den vergangenen Tagen viele individuellen Lösungen gefragt, die sich auf die Kenntnisse der mitgeführten Gerätschaften, der vorhandenen persönlichen Schutzausrüstung, der Einsatzerfahrung, der Intuition und sich denen daraus ergebenden Erfolgsaussichten beziehen. Wir haben den Eindruck, dass bei der Mangelverwaltung einer viel zu großen Einsatzstellenzahl für die zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte alles getan wurde, um überproportional erfolgreich zu sein.

In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei allen -vom Personal der Leitstelle über die Kollegen der Berufsfeuerwehr und den ehrenamtlich tätigen in der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und den Hilfsorganisationen für ihren unermüdlichen Einsatz! Ganz besonders bedanken wir uns bei den Einsatzkräften, die gemäß der Landeskonzepte uns überörtlich unterstützt haben: vier verschiedene PTZ 10 (Personentransportzüge aus verschiedenen Kreisen und Städten), den Bezirksbereitschaften Hochsauerlandkreis, Olpe und Siegen-Wittgenstein, den Betreuungszügen aus dem Kreis Ennepe-Ruhr und Dortmund sowie dem Kreis Soest, den Strömungsrettern der DLRG, der Feuerwehr Bielefeld, der Feuerwehr Dortmund und der Bezirksbereitschaft Detmold.

Wir haben erstmals die Bundeswehr auf dem festgelegten Weg angefordert und erhielten sehr schnell Hilfe. Das Vorauskommando der Pioniere aus Minden war bereits kurze Zeit später in Hagen. Anschließend wurden die Arbeiten von etwa 230 Soldaten mit schwerem Gerät unterstützt. Die Bundeswehr hat entscheidend dazu beigetragen, dass Menschen aus ganz besonderen Lagen in Sicherheit gebracht wurden (z.B. 34 Menschen in einem unzugänglichen Industriegebiet), zu denen die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt nicht vordringen konnte.

Die Bundeswehr hat mit ihrer professionellen Arbeit, Ihren aufmerksamen und fachkompetenten Vorgesetzten an den Einsatzorten und im Krisenstab der Stadt / Führungsstab der Feuerwehr sowie der vorbildlichen Einsatzbereitschaft einen bleibenden und sehr positiven Eindruck in unserer Stadt hinterlassen.

Herzlichen Dank!!!

Die Solidarität unter den Betroffenen in den Wohnbezirken empfanden wir als einen gelebten Akt der Menschlichkeit. Wer körperlich in der Lage war, half mit Besen und Schaufeln, wer Tauchpumpen besaß, stellte sie anderen zur Verfügung. Wer Strom hatte, kochte Kaffee oder reichte den Helfern kalte Getränke. Andere boten etwas Essbares an. So hielt selbst die Katastrophe einige Sonnenstrahlen und schöne Seiten der Solidarität für die Beteiligten bereit.

Zuletzt hat sich der Stadtfeuerwehrverband Hagen dazu entschieden, die Hinterbliebenen der beiden getöteten Feuerwehrmänner durch die Freischaltung eines Spendenkontos zu unterstützen. Daneben möchten wir eigene Einsatzkräfte, die im Einsatz einen Sachschaden erlitten haben ebenfalls unterstützen.

Wem es ein Bedürfnis ist, die Helfer und die Hinterbliebenen der Helfer zu unterstützen, spendet bitte über folgender Kontoverbindung:

DE96 4505 0001 1000 2888 19 Sparkasse HagenHerdecke

Wir bedanken uns im Voraus.

Ihr Stadtfeuerwehrverband Hagen

eingetragen beim Amtsgericht Hagen 6 VR 2292

   
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